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Kurz gefaucht, kleiner Löwe

“Selbstfindung“

Ich weiß nicht, wie oft mir dieses Wort buchstäblich oder durch vielsagende Blicke oder Kommentare vermittelt um die Ohren geworfen wurde. Ich sei in einer “Selbstfindungs-phase“, oder noch wunderbarer, “Selbstfindungskrise“.

Ich bemühe mich wirklich sehr, nicht zu werten, was andere Menschen mit ihrem Leben tun; das fällt mir aber relativ schwer, wenn ich unbewusst und vielleicht auch gedankenlos so bewertet werde. In mir steigt dann ein Fauchen auf, das rausmöchte, wie bei einer Katze. Da ich keine 16 mehr bin, bleibt es meistens drinnen und kommt dann in anderer Form heraus. 😉 wie unschwer zu erkennen ist.

Das Wort trifft bei mir einen Nerv, das steht fest, also muss etwas wahres dran sein, oder zumindest etwas, das mich berührt. Nach Kaffee und Training und Sauna und Tagträumen mit Blick auf den Weihnachtsbaum und Duftölen ist es mir nun wie Schuppen von den Augen gefallen (gleichzeitig quasi mit der Gesichtsmaske…).

Ich wünschte, ich wäre in der soeben erwähnten Selbstfindungsphase – das würde bedeuten, das Suchen hat endlich ein Ende!

In dem letzten Monaten ist mir aber gedämmert, dass es wohl kein Ende des Suchens gibt.
Vielleicht gibt es Ruhephasen, in denen mein Selbst stabil ist und nicht ständig neue Fragen aus mir heraussprudeln, die Antworten verlangen oder einen neuen Blick. Wie ein stiller Teich, der in sich ruht.
Und wenn dann ein neuer Impuls kommt, woher auch immer, ist da Bewegung drin und ich setze mich wieder in Bewegung und die Suche geht weiter, immer weiter.
Bis zur nächsten Ruhephase, in der ich vielleicht mal innehalte und stolz bin auf das, was ich so geschaffen habe, oder dabei bin zu schaffen.
Selbstfindung ist schließlich kräftezehrend, die sollte man sich in kleine Häppchen einteilen, verdaulich und überschaubar, und sich immer wieder Belohnungen setzen. (Hier kommt das Möchtegern -Sportpsychologie- Selbst ins Spiel, ebenfalls anstrengend, trust me).

Vielleicht wird mir die ganze Sucherei auch irgendwann zu anstrengend, ganz ehrlich, ständig fragen und entwickeln und Muster durchbrechen und in sich reinhören – vielleicht setzte ich da irgendwann einen Haken dahinter “Selbst gefunden: check“ und suche mir ein neues Projekt. Nähen oder Kissenbezüge besticken oder so. Is ja auch schön.

Author: carasmelody

daydreamer, hopelessly hopeful, I love the power of words, I love poems, words are soulfood

4 thoughts on “Kurz gefaucht, kleiner Löwe”

  1. Grüß dich
    Selbstfimdung findet mitten im Leben statt. Während wir tun. Nicht während wir denken. Das Denken kommt erst wenn wir gefunden haben. Daher reicht es einen kurzen Blick darauf zu werfen und dann einfach weiter zu leben. Mehr Denken erzeugt nur Kopfschmerzen, Zweifel und Fragen. Fragen die nur zum Spiel unseres gelangweiltem Gehirn taugen. Ich bin das was ich eben bin. Da brauche ich keine Gedanken dran zu verschwenden. Aber darin sehen wir unsere Hauptaufgabe. Aber was passiert wenn wir uns gefunden haben? Wir sind das was wir eben sind. Und stellen uns neue unnütze Fragen, damit unser gelangweiltes Gehirn spielen kann. Der Sinn des Lebens ist und bleibt es zu leben. Aber das wollen wir gar nicht wissen. Dafür denken wir zu gerne und verschwenden unser einziges Leben damit.

    Liked by 1 person

      1. Wenn wir etwas tun, aus welchen Gründen auch immer, dann tun wir das weil wir zu diesem Zeitpunkt sind wie wir sind. Wir werden kein Anderer, nur weil wir etwas tun was wir nicht tun möchten. Nur wir machen was wir machen. es zwingt sich keiner etwas zu tun, außer du selbst. Ich muss keine Miete zahlen, wenn ich das nicht will. Zahle ich sei doch, aus welchen Gründen auch immer, dann nur weil ich das will. Jedes Tun ist ein Akt unseres derzeitigen Selbst. Da kannst du denken, das bin nicht ich, dazu bin ich hat gezwungen. Selbstbetrug. Wärst du ein anderes Selbst, hättest du es nicht getan. Wir Menschen erfinden gerne Ausreden um unsere Handlungen vor uns selbst zu rechtfertigen. Nützt aber nicht, weil wir dadurch unser Selbst verleugnen. So einfach ist das. Und darum haben die Menschen viele psychische Schwierigkeiten, weil sie glauben gegen ihr Selbst zu leben aber in Wirklich es ablehnen. Sie mögen sich nicht wie sie sind.

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  2. glaub manche Dinge tut man eben, wie Miete zahlen.. das meine ich gar nicht. Ich meine eher was man tut wenn man Freizeit hat… quality time mit sich selbst. Ob man die einfach rumbringen möchte, oder als Chance sieht.

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