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Zwischenzone

Samstag Abend war ich hin- und hergerissen zwischen alten Mustern und neuen Wegen. Mich dabei zu beobachten hat mir ein Schmunzeln abgerungen 😉

Es fing am Donnerstag an, da war ich mit einigen Tänzern aus meinem Tanzzentrum auf einer Salsaparty. Location bekannt, da war ich schon. Check. Weiß, was man da so anzieht und wie ich mich wohlfühle. Check. Leute bekannt, kenn ich einige. Check. Die Chance, dass ich nicht zum Tanzen aufgefordert werde, mittelgroß, da oft Tänzer mit weit fortgeschritteneren Kenntnissen da sind – aber hatte ja in dem Fall bekannte Gesichter zum Quatschen. Check. 🙂 Alles gut, hat sich fast wie Komfortzone angefühlt. Läuft. *Auf die Schulter klopf*

Beim Beobachten der richtig guten Tänzer hab ich immer ein Leuchten in den Augen, das dem gleicht, das diese ausstrahlen. Es gibt immer wieder einzelne Tänzer, die so mit sich im Reinen sind, so authentisch und glücklich wirken, dass man mit denen tanzen möchte, um etwas von deren Strahlen abzubekommen- und etwas dazuzulernen. Selten, dass ein Paar so strahlt, doch an jenem Abend sah ich eines und konnte nicht wegsehen. Dieses noch dazu sehr attraktive junge Paar hat beim Kizomba tanzen so eingespielt gewirkt, beide so frei in ihren Bewegungen, so gelassen in ihren Figuren, so vertraut in den Blicken. Hände und Arme und Hüften so weich, es war unglaublich schön zum Ansehen.

Beim Gespräch mit einer Tanzfreundin stellte sich heraus, dass eben jenes Paar eine eigene Salsaparty veranstalten würde am Samstag. Sprich gestern. Euphorisch und noch die Bilder des zuvor beobachteten Tanzes im Kopf sagte ich sofort zu.

Und dann ging es Samstag Abend los. Unsicherheit überkam mich. Die zwei Tanzkollegen, mit denen ich verabredet war, kannte ich nicht gut. Die beiden tanzen öfters miteinander, also kannten sie sich besser und waren fortgeschrittener als ich. Und in der Location war ich noch nie. Und was, wenn ich keinen Parkplatz fand? Und laut der facebook Gruppe sahen die Tänzer alle so schick aus. Kein Plan, was ich anziehen sollte. Und überhaupt, dort kannte ich ja kaum jemand. Was, wenn ich nur einsam rumstand? Je näher der Abend rückte, desto unruhiger wurde ich.

Im Kopf formulierte ich schon Absagen an die beiden Mitstreiter, Ausreden wie Schneegestöber/Bauchweh/ Kopfweh/ müde stellten sich ein. Ich saß in meinem Bett wie ein Häufchen Elend und meine alten Versteckmuster rangen mit meiner Neugierde, mit dem Wunsch, tanzen zu gehen und mit dem Gefühl, dass ich eben nicht mehr diese Person bin.

Was soll ich sagen. Ich bin froh, dass ich gegangen bin 🙂 Ich wurde netterweise abgeholt und im Auto war es schon unkompliziert. Parkplatz fanden wir auch 😉 Mein feminines Outfit passte in die Bar 🙂 und ich diskutierte diesen neuen Stil mit einer anderen Tänzerin, die ähnliche Prozesse durchmachte – dabei wirkt sie so selbstsicher. Ich passte in die Bar, obwohl ich eine der unerfahrendsten Tänzerinnen war. Dennoch tanzte ich viel. Ich hab viel gelernt, einige interessante Gespräche geführt und bin zufrieden mit dem Gefühl nach Hause, dass ich meiner echten Version einige Schritte näher bin.

Tanzschritte.

 

Author: carasmelody

daydreamer, hopelessly hopeful, I love the power of words, I love poems, words are soulfood

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