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Fantasiereise: Frieden

Sie geht barfuß über den weichen weißen Sand unter ihren Füßen. Die unlackierten Zehen berühren teils das Gras, das sich stolz und mühsam im trockenen Boden am Leben erhält. Der warme Spätsommerwind spielt mit ihrem dunklen, welligen Haar und dem weißen Stoff ihrer Tunika und bringt gleichzeitig den unverwechselbaren Geruch des Meeres in ihre Nase. Ab und zu spürt sie ein wenig Gischt auf ihren bloßen Beinen, doch das Meer ist ruhig, es ist noch Ebbe. Irgendwo am Ende der kleinen Bucht, unter den alten Bäumen, steht ein Holzhaus; von dort hört sie fröhliches Kinderlachen das sanfte Murmeln der Wellen unterbrechen. Die Sonne im Rücken, spürt sie noch die leichte Wärme des Tages, der hinter ihr liegt.

Sie könnte ewig so gehen.

Ihre Schritte folgen der Musik, die sie vor sich hinsummt und die sie ab und zu innehalten lässt – damit sie tanzen kann. Mit geschlossenen Augen wiegt sie sich zum Takt, den nur sie hören kann, und ein leises Lächeln stiehlt sich auf ihr Gesicht.

Sie könnte ewig hier sein.

Die Farben des Sandes, des Meeres, die der Sonne am Himmel und ihrer Strahlen auf dem Wasser, sind für sie Frieden. Der Moment ist nur für sie da, und sie muss nirgendwo hin, niemand sein. Sie schlendert in ihrem eigenen Tempo ohne Ziel über den Boden.

Ab und zu hebt sie mit leichtem Herzen Muscheln auf und sammelt sie in ihrem geflochtenen Korb, der locker an ihrer Seite getragen wird. Es liegen unendlich viele Muscheln im Sand, ganze und zerbrochene und jede einzigartig. Bei einigen spürt sie Wehmut, bei anderen Sehnsucht und andere versetzen ihr einen Stich. Manche muss sie einfach aufheben und betrachten. Ihr Korb füllt sich langsam und immer noch ist da Musik in ihr. Das Mosaik aus Farben und Muscheln und zerbrochenen Teilen von Muscheln ist wunderschön.

Langsam begibt sie sich zu dem einen Steg, der weit ins Meer führt. Der Holzboden unter ihren Sohlen erscheint ihr nach der Weichheit des Sandes hart, doch nicht weniger warm. Hier geht der Wind stärker und beflügelt sie, bläst die letzten Spuren von heimlicher Nostalgie weg. Die Sonne scheint in ihr Gesicht und lässt ihre Ecken und Kanten sanft erscheinen. In ihr wird alles weich, als sie sich am Ende des schmalen Steges hinsetzt und eine einzigartige Muschel nach der anderen ins farbenfrohe Meer gleiten lässt. Sie beobachtet, wie manche schnell zu Boden fallen und im nassen Sand einsinken, so wie man sich in ein Kissen kuschelt. Bei anderen ist es so, als würden die wartenden Wellen sie freudig willkommen heißen, und die weißen oder bunten Muscheln in der leichten Strömung tanzen, zufrieden, dass sie wieder mit dem Wasser spielen dürfen. Wieder andere werden von einer gierigen Welle weggespült, auf zu neuen Abenteuern.

Sie sitzt noch eine kurze Weile dort, zwischen Wasser und Land, wo die Sonne das Meer liebevoll in ihrem Licht badet. Ihre Füße baumeln locker über dem Wasser und spielen ab und zu mit den Wellen.

Sie könnte ewig hier sitzen.

Den Wind im Haar, die Brise in der Nase, Leichtigkeit und Dankbarkeit im Herzen und vor sich unendliche Schönheit. In sich Stille.

Author: carasmelody

daydreamer, hopelessly hopeful, I love the power of words, I love poems, words are soulfood

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