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Ein Tag zurück an der Uni

Turnschuhe, entspannter Pulli, ungeschminkt mit Pferdeschwanz, warme Weste für kalte Hörsäle. Block und Stifte, viele Farben zum Bunt anmalen. Das Skript brav gedruckt, aber nicht eine Sekunde reingeschaut. Wozu auch, ich halte das Seminar nicht! Ach wie schön ist das Studentenleben 🙂

Diese Woche war ich einen Tag an der PH für eine Lehrerfortbildung. Ehrlich gesagt nervt mich dieser Fortbildungszwang oft, man muss sich sehr früh für diese Fortbildungen anmelden und es fällt mir natürlich ein Tag Unterricht aus- meistens da, wo ich ihn bräuchte, was ich ja vorher schlecht abschätzen kann, weil die Anmeldung sehr früh ist. Supplieraufträge müssen erstellt und an die z.T. wenig begeisterten Kollegen verteilt werden, eventuell werden sie dann doch nicht gemacht oder der Stundenplan verschiebt sich, … und ich komme am nächsten Tag und mich erwartet Chaos. Und das oft für Inhalte, die ich, wie es sich im Lauf der Fortbildung herausstellt, nicht brauchen kann.

Aber. Aber. Aber ab und zu hatte und habe ich das Glück, eine Dozentin zu haben, die begeistert. Die vorbereitet ist, und vor Ideen übersprudelt und in deren Vorlesung die Zeit verfliegt. Zu meiner eigenen Studienzeit bin ich für jene Professoren und Professoren auch um acht Uhr morgens in der Uni erschienen – selten, aber doch. Sie bestachen meist durch eine Kombination aus Kompetenz, Humor und Flexibilität im Umfang mit den Studierenden, die ich zu schätzen wusste – und die mich somit eine solche Lehrerfortbildung genießen ließ.

Wie herrlich war es, nur zuhören zu müssen. Nur dasitzen und den Input aufnehmen. Meine Gedanken durften treiben, oft folgten sie dem Strom der dargebotenen Informationen, oft blieben sie an einer Abzweigung hängen und vertieften sich in den Inhalt. Zuhören und passive Aufmerksamkeit geben ist etwas, das ich in meinem Beruf selten tun kann. Von mir werden Antworten und Anweisungen erwartet. Im Hörsaal darf ich zuhören.

Vieles Gehörte begann sich im Lauf des Tages zu Ideen zu formen, die ich für meinen Unterricht nutzen möchte. Als Abschluss einer Sequenz, als Einstieg in ein Thema, als Aufhänger für eine fade Grammatikeinheit. Dieser neue Input wird sicher noch einige Tage in meinem Geist umherschwirren, bis er sich gesetzt hat und ich diese Ideen konkret planen und in der Schule umsetzen kann.

Doch sie werden aus dem Hörsaal ins Klassenzimmer kommen, und mit ihnen eine Spur der Begeisterung und der Freude, etwas Neues gelernt zu haben.

Author: carasmelody

daydreamer, hopelessly hopeful, I love the power of words, I love poems, words are soulfood

One thought on “Ein Tag zurück an der Uni”

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