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Dazwischen Tanzen

Ich hab mit so einigen Tänzern getanzt. Im Kurs. Auf Parties. Mit meinen Tanzpartnern. Mit Tanzlehrern.
Und es ist unglaublich wie unterschiedlich die Führungsstile sind, und welche vielschichtigen Erkenntnisse dazu beitragen, dass ein Tanz mit jemandem Spaß macht oder nicht.

Manche Männer ziehen mich quasi über die Tanzfläche – keine Ahnung, welche Schritte ich bräuchte, ich kann nur laufen und bin wie in einer Schiene. Gut ist, dass ich eindeutig weiß, wohin – aber schön fühlt es sich für mich nicht an.

Andere sind so beschäftigt mit ihren eigenen Schritten, dass ich mich selbst führen müsste, um die Figur zu tanzen, die sie irgendwie andeuten. Meistens bin ich mit diesem Typ eher verwirrt, weiß nicht wohin und bin schnell gereizt, speziell, wenn der Tanzpartner mir noch auf die Füße steht. Autsch 😉 Next, nach einem Tanz, wenn möglich.

Wieder andere führen zwar, aber so ruckartig, dass kein flüssiger Bewegungsablauf entsteht, und immer wieder Pausen aufkommen, in denen man steht, und wieder neuer Schwung geholt werden muss. In den Pausen kann ich mich netterweise von dem Zerren an meinem Arm erholen, allerdings ist das Stresslevel bei diesen Partnern, zumindest am Anfang, eher hoch. Manchmal hatte ich Glück und harmonierte nach einigen Tänzen mit jenen Partnern besser und die Abläufe wurden flüssiger – Potential ist also vorhanden. 🙂 Und der Fortschritt ist ein motivierendes Erfolgserlebnis für beide!

Die schlimmsten für mich sind jedoch die, die mich leider mit Kraft dahinschubsen, wo sie mich haben möchten, ohne darauf zu achten, dass unsere Bewegungen harmonieren. Es fühlt sich nicht an wie Paartanz, sondern wie eine One-man-show, und meistens fühle ich mich wie ein Objekt. Nicht wertgeschätzt. In der Regel bedanke ich mich nach einem Tanz und bin sehr schnell wieder weg. 😉 Speziell seit ich weiß, wie sich gute Führung anfühlt, habe ich wenig Toleranz für dieses Gezerre.

In den Monaten des Tanzens habe ich gelernt, dass ich in der Lage sein muss, meine Bewegungen selbst auszuführen, meine eigenen Schritte richtig zu setzen und den Takt zu fühlen. Auch muss ich bei Legefiguren meinen Schwerpunkt halten können und bei Hebefiguren die Spannung – manchmal schwirrt mir der Kopf vor lauter Info!! Gott sei Dank automatisieren sich bestimmte Abläufe mit der Zeit und ich muss nicht mehr so extrem viel denken.😂

Dann kommt für mich der Feinschliff 🙂 Der Partner setzt lediglich Impulse, die ich dann minimal zeitverzögert umsetze. Der Rest ist Chemie und Harmonie und für mich nach wie vor unerklärlich und schön 🙂 Mein Partner hat mir klar gemacht, dass Harmonie nur gemeinsam entsteht, und niemals alleine geschaffen werden kann.

Gemeinsam.

Es ist für mich immer noch faszinierend, das Tanzen, und geführt werden, und alles dazwischen.

Author: carasmelody

daydreamer, hopelessly hopeful, I love the power of words, I love poems, words are soulfood

5 thoughts on “Dazwischen Tanzen”

  1. Ich kann gar nicht führen und mag deshalb Paartanz nicht. OK, ich war auch immer der Typ, der zu sehr mit den eigenen Schritten beschäftigt war. 😉
    Aber ich finde es cool anzusehen, wenn man es kann und kann die Begeisterung dafür gut verstehen. 🙂

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      1. Haha, Danke 😀
        Nur sollten sie halt keine Paarkarriere anstreben. Ich tanze gerne mit meiner Frau. Aber halt eher ohne großartige Schrittfolge. Ohne ganz frei. 😉

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