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Ja, aber aber aaaaaber

Seit dem retreat im April arbeite ich daran, in meinem Wortschatz das “aber“ wegzulassen und durch ein “und“ zu ersetzen.

Erst seitdem ich das immer wieder bewusst versuche, im Gespräch mit anderen und auch in der Art, wie ich mit mir rede und meine Gefühle sortiere, wird mir bewusst, wie wichtig das ist und wie groß der Unterschied in meiner Wahrnehmung ist.

Denn durch das “und“ können Wahrheiten und Aussagen nebeneinander stehen, und sind gleichwertig.

und statt aber – Beispiele
Klingt wie eine Kleinigkeit, doch hier ein paar Beispiele. Glaub dadurch wird es anschaulicher.

Ich bin glücklich in Vorarlberg, aber ich vermisse meine Familie.
Ich bin glücklich in Vorarlberg und ich vermisse meine Familie. (das eine schließt das andere nicht aus)

Ich genieße das Zusammenleben mit meinem Freund, aber die Wohnung fühlt sich noch ungewohnt an.
Ich genieße das Zusammenleben mit meinem Freund und die Wohnung fühlt sich noch ungewohnt an. (das Zusammenleben wird nicht schlechter durchs ungewohnte)

Ich verstehe manchmal nicht, wie andere Menschen so unreflektiert sein können, aber ich hab sie gern.
Ich verstehe manchmal nicht, wie andere Menschen so unreflektiert sein können und ich hab sie gern. (klingt liebevoller und auf Augenhöhe)

Ich mag meine Kollegin gern, aber unsere Leben haben sich sehr unterschiedlich entwickelt.
Ich mag meine Kollegin gern und unsere Leben haben sich unterschiedlich entwickelt.
(deswegen mag ich sie net weniger:p )

und statt aber- Reflexion
Für manche ist das vielleicht nur Semantik oder Sprachwissenschaft, und das ist okay. Anfangs hab ich mich eher halb amüsiert dabei beobachtet, wie ich beim Reden mit Freunden mein “aber“ weggelassen habe, oder meine Sätze fürs Manifestieren umgeschrieben habe. Und ich habe es einfach gemacht.

Für mich bedeutet das Weglassen von “aber“: ich muss mich nicht entscheiden, was wertvoller ist oder wichtiger erscheint; es ermöglicht mir eine Offenheit im Denken und Fühlen, die unglaublich befreiend auf mich wirkt.
Sie lässt mich atmen.

Und sie lässt mich reflektieren. Und…

Author: carasmelody

daydreamer, hopelessly hopeful, I love the power of words, I love poems, words are soulfood

2 thoughts on “Ja, aber aber aaaaaber”

  1. Das finde ich sehr schön und es gibt auch noch andere Bindewörter, die man öfter benutzen könnte: obwohl, obschon, auch wenn und trotzdem böten sich hier zum Beispiel an: “Wir mögen uns, obschon wir unterschiedlich sind” (hier wird das mit aber als negativ Hervorgehobene zur Nebensache), “Das Zusammenleben ist noch ungewohnt. Trotzdem gefällt es mir” (ersteres ist hier zwar ein wichtiger Punkt, spielt aber fürs Glücklichsein keine Rolle) 😉

    Danke für deinen Text, es ist eine sehr schöne Anregung und ich denke, ich sollte das auch ausprobieren! 🤗

    Liked by 1 person

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