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Tun was ich will – #1

Letztens habe ich ein Video von Laura Malina Seiler gesehen, in dem es darum ging, all das Coaching mit dem wir uns auseinander setzen im Alltag auch wirklich umzusetzen und nicht immer neue Ratgeber zu lesen und neue Coaching-Kurse am laufenden Band zu sehen. Ich sah es und nickte innerlich. Umsetzen. Anwenden. Tun. Leben.

Kurz darauf hat ein von mir sehr geschätzter Kollege im Lehrerzimmer gesagt: “Ich mache nichts mehr, was ich nicht will. Das habe ich zu oft gemacht.“

Als Lehrperson tun was ich will?
Natürlich kann ich nicht einfach tun, was ich will! War mein erster Gedanke. Ich habe einen Lehrplan, nach dem ich mich richten muss, und ein Notenschema zu erfüllen, und Schüler zu bewerten, und überhaupt, so einfach ist das nicht, ich habe den Stundenplan und kann nicht einfach kommen wann ich will, und außerdem, es gibt Regeln…!

Ja, ja. Alles richtig. 🙂 Es gibt Dinge, die meinen Rahmen als Lehrperson festlegen. Fine.
Was ist aber mit den Dingen, in denen ich tatsächlich frei bin? Interpretation und Aufarbeitung von Inhalten, Wahl von Sozialformen, Aufwärmübungen, kreative Aufgaben für Zuhause, sinnvolle Wörter zum Lernen, Themen durch Schüler wählen lassen… Mache ich in den Bereichen, in denen ich könnte, denn was ich will?

Status Quo
Ich unterrichte seit über zehn Jahren und habe mich das tatsächlich zum ersten Mal gefragt. Die Antwort? Nicht oft genug.

Ich weiß nicht, wie oft ich vor einem Schulbuch sitze und verzweifelt versuche, den Inhalt herzunehmen und interessanter zu machen. Wie oft ich Themen abarbeite und sie selbst doof finde. Wie oft ich Stunden halte, damit sie etwas lernen, und das tun sie, sicher, doch der Unterhaltungsfaktor (wenn man es so nennen möchte…) für alle ist gering. Wie oft ich mir überlegt habe, wie man Schüler öffnen kann für meine Fächer, und dann doch scheitere.

Neue Ziele
Es ist unrealistisch zu denken, dass jede Stunde, die ich in diesem Schuljahr von nun an halten werde, Spaß machen wird und genau so sein wird, wie ich sie will.
Doch ich habe mir einige kleine Veränderungen überlegt, mit denen ich vielleicht ein paar Mal öfters sagen kann, dass ich unterrichtet hab, wie ich will.

– Wenn das Buch doof ist, ohne Buch arbeiten. Basta. Waste of time manchmal, es aufzuarbeiten.
– Spiele, Quizzes, Cartoons oder andere kreative Ideen als Aufwärmaktivitäten vorbereiten
– Klassenzimmer öffnen für andere Sozialformen als Partnerarbeit 😋
– Aktivitäten bringen, die MIR Spaß machen; aus meiner Welt (Lieder, Filme, Sprüche, …) und mit Begeisterung
– Schüler aus ihrer Welt erzählen lassen und zuhören, einfach zuhören
– pro Stunde ein bis zwei Ziele für mich festlegen, und überlegen, wie ich diese umsetzen kann
– anziehen, wonach mir ist, und worin ich mich wohlfühle
– Schülern themenbezogene Listen mit Wörtern geben, die ihnen tatsächlich helfen, die Sprache anzuwenden
– meine Pausen schön gestalten: nicht am Kopierer, sondern an der frischen Luft, mit der Nase in der Sonne, frischem Kaffee und vielleicht Musik und meinem Dankbarkeitstagebuch
– Überlegen: Freue ich mich auf die Stunde? 🙂 Wenn ja, kein schlechtes Zeichen.

… to be continued.

Author: carasmelody

daydreamer, hopelessly hopeful, I love the power of words, I love poems, words are soulfood

2 thoughts on “Tun was ich will – #1”

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