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Fantasiereise – Sardinien



Schließ deine Augen und folge mir leichten Schrittes.

Der Weg, über den ich barfuß gehe, ist aus großen, hellen Pflastersteinen gemacht. Links vom Weg gurgelt ein langsam fließender Bach; zwischen den hohen Bäumen kann ich ihn zum Teil sehen. Rechts vom Weg sind herrliche Sträucher in allen Farben, dahinter eine satte Blumenwiese. Riechst du sie?

Nun kommen wir an eine hölzerne Brücke, über die sich knorrige Äste ranken. Hinter ihr ist der Eingang zu meinem wundersamen Garten.

Es gibt keinen Weg mehr, nur Wiese: in ihr leuchten Blumen in allen Farben, der rote Mohn und die gelbe Zistrose neben Gräsern und violetten Sträuchern. Alles bewegt sich sanft im Wind, und die Pflanzen berühren meine nackte Haut. Hier lasse ich mich nieder und lege mich ins warme Gras. Die Sonne scheint mir auf die Nasenspitze und ich höre einige flauschige Hummeln und Bienen um mich herumsurren. Neben meiner Wiese stehen noch viele Korkeichen in allen Größen und Formen auf einer kleinen Lichtung. Deren Blätter rascheln im Wind und erzählen eine Geschichte.

Neben mir im Gras kuschelt sich unerwartet unsere Siam-Persermixdame Coco an meine Hüfte und streckt genüsslich ihre schwarze Nase in die Höhe. Was es alles zu schnuppern gibt? Unweit von uns, in gutem Sicherheitsabstand, rollt sich unser getigerter Kater auf dem Rücken durchs Gras, alle vier Pfoten in die Höhe.

Zufrieden schließe ich die Augen. Ich fühle mich reich und erfüllt. Ich atme ein und spüre goldenes Licht vor meinen Augen, die Wärme der Erde unter mir und die Glückseligkeit der beiden Tiere neben mir. Irgendwo singt ein Vogel beschwingt.

Das Plätschern des Baches ruft mich, und so mache ich mich auf – Coco springt begeistert mit und klettert eifrig über Steine am Ufer –  und strecke meine Füße in das frische Nass. Brr. Ich spüre, wie die Strömung fließt, und kleine Blätter und Äste sowie meine Sorgen und Ängste mitnimmt. Hier stehe ich und bin frei. Jetzt bin ich hier und genieße es so sehr, an diesem magischen Ort zu sein.
Um mich ist eine friedliche Stille, die kaum mit Worten zu beschreiben ist, und auch in mir spüre ich eine tiefe Gelassenheit. Ohne Eile und Ziel wandere ich barfuß durch die Lichtung, über meine Wiese, hin zu einer Steinformation.

Eine seltsame Energie ist zu spüren, als wenn die Erde stillstehen würde. Hier finde ich, was ich brauche; hier bin ich ganz.

Meine Hand mit dem Ehering berührt den mittleren der vielen Steine; sanft vibriert mein Herz. Ich habe schon alles, was ich brauche. Ich bin schon heil. Ich bin erfüllt.

Lächelnd wandern die Katzis und ich zum Rand meines Gartens, ich nehme seine wartende Hand  und wir laufen gemeinsam nach Hause.

PS: Inspiriert von den “tomba dei giganti” bei Tempio auf Sardinien.

Author: carasmelody

daydreamer, hopelessly hopeful, I love the power of words, I love poems, words are soulfood

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